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Urlaub ohne Sorgen: Was Nachbarn dürfen – und wer bei Schäden haftet
Wer verreist, bittet oft Nachbarn oder Freunde, nach dem Rechten zu sehen. Blumen gießen, den Briefkasten leeren oder Pakete annehmen gehört in vielen Wohngebieten selbstverständlich dazu. Doch auch bei gut gemeinter Hilfe kann etwas schiefgehen.
Entsteht dabei ein Schaden – etwa durch ausgelaufenes Gießwasser, ein beschädigtes Fenster oder einen verlorenen Haustürschlüssel –, haftet grundsätzlich derjenige, der den Schaden verursacht hat. Allerdings übernehmen nicht alle privaten Haftpflichtversicherungen sogenannte Gefälligkeitsschäden oder Schlüsselverluste automatisch. Ein kurzer Blick in die eigenen Versicherungsbedingungen kann deshalb sinnvoll sein.
Ebenso wichtig ist eine gute Vorbereitung auf mögliche Einbrüche. Ein überquellender Briefkasten, dauerhaft geschlossene Rollläden oder tagelang dunkle Fenster verraten schnell, dass niemand zu Hause ist. Zeitschaltuhren für Lampen, automatisch gesteuerte Rollläden oder ein Nachbar, der regelmäßig nach dem Haus sieht, können das Einbruchsrisiko verringern. Türen und Fenster sollten beim Verlassen der Wohnung vollständig geschlossen und verriegelt werden. Gekippte Fenster erleichtern Einbrechern den Zugang und können im Schadenfall Probleme mit dem Versicherungsschutz verursachen.
Auch im Internet ist Zurückhaltung ratsam. Wer Urlaubsfotos oder Countdown-Posts schon während der Reise veröffentlicht, macht oft ungewollt auf seine Abwesenheit aufmerksam. Sicherer ist es, Bilder erst nach der Rückkehr zu teilen. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Einbruch, sollten Betroffene sofort die Polizei verständigen, den Tatort möglichst unverändert lassen und den Schaden umgehend der Hausratversicherung melden. Kaufbelege, Fotos und Inventarlisten erleichtern später die Regulierung.
Quelle: ARAG-Experten
Notgroschen? Vielen fehlt der Plan für finanzielle Notfälle
Eine kaputte Waschmaschine, eine hohe Autoreparatur oder eine unerwartete Rechnung: Viele Menschen wären auf solche Ausgaben nur unzureichend vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage zum Umgang mit Geld und finanzieller Vorsorge.
Finanzielle Rücklagen gelten als wichtiger Schutz gegen unerwartete Ausgaben. Dennoch haben viele Menschen in Deutschland keinen konkreten Plan für den Ernstfall. Laut einer aktuellen Befragung würden nur 21 Prozent sofort wissen, wie sie eine unerwartete Ausgabe von 2.000 Euro bewältigen könnten. Fast vier von fünf Befragten haben nach eigenen Angaben keinen klaren Finanznotfallplan.
Auch beim Aufbau eines finanziellen Polsters gibt es Nachholbedarf. Weniger als die Hälfte der Befragten verfügt über einen Notgroschen. Gleichzeitig kennt nur etwas mehr als jeder Zweite die eigenen monatlichen Fixkosten genau.
Besonders auffällig: Finanzielle Unvorbereitetheit ist nicht allein eine Frage des Einkommens. Selbst in Haushalten mit hohen Einkommen fehlt oft eine ausreichende Reserve für unerwartete Ausgaben. Die Studie zeigt damit, dass finanzielle Planung und Vorsorge für viele Menschen eine Herausforderung bleiben.
Junge Erwachsene fühlen sich dabei besonders belastet. Sie nutzen zwar häufiger digitale Finanz-Apps und Online-Tools, verfügen aber seltener über Rücklagen und schieben finanzielle Entscheidungen häufiger auf als ältere Generationen.
Experten empfehlen, zunächst einen Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu schaffen. Bereits kleine regelmäßige Sparbeträge können helfen, Schritt für Schritt einen Notgroschen aufzubauen. Als sinnvoll gilt häufig eine Reserve, die mehrere Monatsausgaben abdeckt und im Notfall schnell verfügbar ist.
Offene Gespräche über Geld können ebenfalls helfen. Denn viele Menschen sprechen selbst im Familien- oder Freundeskreis nur ungern über finanzielle Probleme oder Vorsorgefragen. Dadurch fehlen oft Orientierung und praktische Erfahrungen anderer.
Quelle: Repräsentative Studie von Consors Finanz und Nielsen IQ. Für die Erhebung wurden Anfang 2026 insgesamt 1.005 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt.
Teilzeit kostet Vermögen: Warum vor allem Frauen vorsorgen sollten
Weniger Arbeitszeit bedeutet oft auch weniger finanzielle Rücklagen. Neue Berechnungen zeigen, wie stark sich Teilzeit langfristig auf den Vermögensaufbau auswirken kann.
Wer für Familie oder Pflege im Job kürzertritt, zahlt dafür oft einen hohen finanziellen Preis. Bereits zehn Jahre Teilzeit können den Vermögensaufbau im Vergleich zu einer durchgehenden Vollzeitbeschäftigung um bis zu 200.000 Euro reduzieren. Das zeigen aktuelle Modellrechnungen zu ETF-Sparplänen.
Der Effekt entsteht vor allem durch zwei Faktoren: geringere Einzahlungen und weniger Zeit für den Zinseszinseffekt. Wer beispielsweise über mehrere Jahre nur halb so viel spart, verliert nicht nur Beiträge, sondern auf lange Sicht auch Rendite. Selbst bei moderater Reduzierung der Arbeitszeit kann sich die Lücke im Alter noch auf über 100.000 Euro summieren.
Besonders betroffen sind Frauen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes arbeitet fast jede zweite Frau in Teilzeit, aber nur rund jeder achte Mann. Bei Eltern zeigt sich der Unterschied noch deutlicher: Mehr als zwei Drittel der Mütter mit minderjährigen Kindern sind in Teilzeit beschäftigt. Damit entsteht eine strukturelle Vorsorgelücke, die sich über Jahre aufbaut.
Auch mit kleineren Beträgen lässt sich jedoch Vermögen aufbauen. Wer langfristig spart, profitiert vom Zinseszinseffekt – selbst niedrige monatliche Beträge können über Jahrzehnte zu einem relevanten Kapital anwachsen. Entscheidend ist, früh zu beginnen und die eigene Vorsorgesituation regelmäßig zu überprüfen.
Die unterschätzte Gefahr im Haus: Leitungswasser verursacht die meisten Schäden
Undichte Rohre, defekte Dichtungen oder poröse Schläuche – Leitungswasser ist eine der häufigsten Ursachen für Schäden in Wohngebäuden. Statistiken zeigen, dass Wasser aus Leitungen inzwischen mehr Schäden verursacht als Feuer, Sturm oder Überschwemmungen zusammen.
Viele Schäden entstehen schleichend. Kleine Risse in Rohren oder defekte Anschlüsse bleiben oft lange unbemerkt. Erst wenn feuchte Flecken an Wänden oder Decken auftreten, wird das Problem sichtbar. Zu diesem Zeitpunkt können bereits größere Schäden an Böden, Wänden oder Möbeln entstanden sein.
Besonders riskant sind ältere Leitungen, eingefrorene Wasserrohre im Winter oder beschädigte Anschlüsse von Haushaltsgeräten. In solchen Fällen kann Wasser über Tage oder sogar Wochen austreten und sich im Gebäude ausbreiten.
Hausbesitzer sollten deshalb regelmäßig Wasserleitungen, Anschlüsse und Schläuche prüfen. Auch technische Systeme, die Lecks erkennen und die Wasserzufuhr automatisch stoppen, können helfen, Schäden frühzeitig zu begrenzen.
Krankenversicherung im Ruhestand: Worauf es ankommt
Wer heute über seine Altersvorsorge nachdenkt, sollte auch die Krankenversicherung im Blick behalten. Denn im Ruhestand gelten für gesetzlich und privat Versicherte unterschiedliche Regeln bei Beiträgen und Einkommen.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand verändert sich nicht nur das Einkommen, sondern oft auch die finanzielle Situation bei der Krankenversicherung. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.
In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag grundsätzlich nach dem Einkommen. Für viele Rentner sinkt die Belastung daher nach dem Ende des Erwerbslebens. Allerdings gilt das nicht für alle gleichermaßen. Freiwillig gesetzlich Versicherte müssen häufig auch auf weitere Einkünfte Beiträge zahlen, etwa auf Mieteinnahmen, Kapitalerträge oder bestimmte Betriebsrenten.
Bei privat Krankenversicherten hängt die Beitragshöhe dagegen nicht vom Einkommen ab. Stattdessen spielen Alter beim Vertragsabschluss und gewählte Leistungen eine Rolle. Der Übergang in den Ruhestand führt deshalb nicht automatisch zu niedrigeren Beiträgen. Allerdings greifen im Alter verschiedene Entlastungsmechanismen. So entfällt ab einem bestimmten Alter ein gesetzlicher Zuschlag, der zuvor für die Bildung von Altersrückstellungen erhoben wurde.
Sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Rentner können Zuschüsse von der Deutschen Rentenversicherung erhalten. Diese sollen helfen, die Kosten der Krankenversicherung im Ruhestand zu tragen.
Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, sollte ebenfalls genau hinschauen. Zusätzliche Einkünfte können sich bei gesetzlich Versicherten auf die Beitragshöhe auswirken. In der privaten Krankenversicherung bleibt der Beitrag dagegen grundsätzlich unabhängig vom Einkommen.
Experten empfehlen, sich frühzeitig mit der eigenen Krankenversicherung im Alter auseinanderzusetzen. Besonders wichtig ist dabei die Frage, welche Einkünfte später vorhanden sein werden und welche Auswirkungen diese auf die Beiträge haben können.
Quelle: Informationen zur Krankenversicherung im Ruhestand und zu den Regelungen für gesetzlich und privat Versicherte, Stand 2026.
